Was ist GOTS (Global Organic Textile Standard)?

Eine Veränderung in der Textilindustre ist gar nicht so einfach zu erreichen, wie man dies im ersten Schritt vermuten mag. Denn der bloße Wille ist zwar ein Anfang, verändert im System aber nichts.

Um die Komplexizität der Modeindustrie zu verstehen, muss man sich allererst vor Augen halten, wie verschachtelt die Produktionskette ist.

Es gibt keine Maschine, in der man Rohstoffe hineinfüllt und am Ende erhält man ein fertiges T-Shirt. Es sind ganz viele einzelne Schritte und helfende Hände notwendig, bis das Endprodukt fertig gestellt ist. Vieles davon ist sogar Handarbeit!

GOTS ist ein international gültiger Standard und gibt klare Regelungen vor, die die gesamte Produktionskette betreffen. Dies fängt bei dem Anbau der Rohstoffe auf dem Feld an, zieht sich weiter durch alle Prozesse und geht bis zu dem Punkt, wenn die Ware bei uns im Lager ist.

Die Qualitätssicherung erfolgt in regelmäßigen Abständen von unabhängigen Prüfstellen vor Ort. Bei übernimmt dies die Kiwa BCS Öko-Garantie GmbH.

Nachfolgend ist ein Auszug aus den GOTS Vorgaben zu finden (Quelle:GOTS):

Umweltkriterien

  • In allen Verarbeitungsstufen müssen Produkte aus biologisch erzeugten Fasern von Produkten aus konventionellen Fasern getrennt & klar identifiziert sein.
  • Alle chemischen Zusätze (z.B. Farbstoffe, Hilfsmittel und Prozesschemikalien) müssen vor dem Einsatz geprüft werden & die Grundanforderungen bezüglich Toxizität und biologischer Abbaubarkeit/Eliminierbarkeit erfüllen.
  • Verbot problematischer Zusätze, wie z. B. toxische Schwermetalle, Formaldehyd, aromatische Lösungsmittel, genetisch veränderte Organismen (GVO) und deren Enzyme.
  • Bleichmittel müssen auf Sauerstoff basieren (keine Chlorbleiche)
  • Azofarbstoffe, die karzinogene Aminverbindungen freisetzen, sind verboten.
  • Ätzdruckverfahren, die aromatische Lösungsmittelenthalten und Plastisol-Druckverfahren, die Phthalate und PVC verwenden, sind verboten.
  • Es gelten Beschränkungen für Accessoires (z.B. Ausschluss von PVC, Nickel oder Chrom)
  • Alle Betriebe müssen über ein eigenes Umweltschutzprogramm mit Zielvorgaben und -verfahren verfügen, um Abfälle und Abwässser zu minimieren.
  • Nassveredlungsbetriebe müssen vollständige Protokolle über die eingesetzten Chemikalien, den Energie- und Wasserverbrauch sowie die Abwasseraufbereitung einschließlich Klärschlammentsorgung führen. Das Abwasser aller Nassveredlungsbetriebe muss in einer zweckdienlichen Abwasserkläranlage aufbereitet werden.

Kriterien für technische Qualität und Humantoxizität

  • Technischen Qualitätsanforderungen, wie z.B. Reib-, Schweiß-, Licht- und Waschechtheit sowie Einlaufwerte müssen erfüllt werden.
  • Rohstoffe, Zwischenprodukte, fertige Textilprodukte sowie Zutaten und Accessoires müssen strenge Grenzwerte im Hinblick auf unerwünschte Rückstände einhalten.

Soziale Kriterien

Alle Verarbeiter und Hersteller müssen soziale Kriterien auf der Grundlage der Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) erfüllen. Sie müssen in diesem Zusammenhang über ein Soziales Managementsystem verfügen, das die Einhaltung der sozialen Kriterien sicherstellt. Dazu zählt u.a.:

  • Freie Wahl der Beschäftigung
  • Vereinigungsfreiheit und Recht auf Kollektivverhandlungen werden geachtet
  • Die Arbeitsbedingungen sind sicher und hygienisch
  • Verbot von Kinderarbeit
  • Mindestlohn
  • Keine übermäßige Arbeitszeit
  • Keine Diskriminierung
  • Reguläre Beschäftigung
  • Verbot von grober oder inhumaner Behandlung

 

 

 

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